Über Mich:
Vom Meer zur Leinwand
Mit zehn lernte ich auf dem großen Plöner See in Schleswig-Holstein segeln. Als Jugendlicher saß ich oft stundenlang am Ufer und wartete auf Wind zum Surfen – Zeit, die ich nie als verloren empfand, sondern als eine Art erste Begegnung mit dem, was mich bis heute fasziniert: Wasser, Wellen, Himmel. Die Schönheit dieser Naturschauspiele, aber auch ihre Kraft und Gewaltigkeit.
Eigentlich wollte ich Kunst studieren. Aber mit Anfang zwanzig hatte ich keine Lust, finanziell von meinen Eltern abhängig zu sein – also ging ich zur Marine. Die Seefahrt und das Fernweh reizten mich ohnehin. Ich fuhr auf der Gorch Fock, überquerte mit 23 Jahren als Teil einer kleinen Crew den Atlantik unter Segeln, war Jahre auf See.
Das künstlerische Schaffen ließ sich trotzdem nie ganz unterdrücken. Ich malte gelegentlich – bis 2009, in einer Phase mit vier Kindern, Beruf, viel Stress. Da begann ich mit Pastellkreiden, und merkte etwas Entscheidendes: Malerei bedeutet für mich, im Hier und Jetzt zu sein. Etwas zu erschaffen. Die übrigen Gedanken zur Ruhe zu bringen.
Von da an habe ich mich intensiv mit Technik und Theorie beschäftigt, mit Künstlern wie Monet, Zorn, Sorolla und Sargent. Ich wollte die Technik beherrschen – nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlage für etwas anderes: um mich später freier ausdrücken zu können. 2014 wurde ich Signature Member der Pastel Society of America.
Heute male ich vor allem die Küsten und Landschaften Norddeutschlands und Dänemarks – die Motive, die mich seit meiner Jugend begleiten. Was Betrachter oft als Fotorealismus wahrnehmen, löst sich aus der Nähe in etwas anderes auf: Muster, Schwünge, fast abstrakte Spuren, die erst aus Distanz ein Bild ergeben. Genau dorthin will ich mich weiterentwickeln – freier, selbstbewusster im Strich, ohne die Motive zu verlassen, die mein Leben geprägt haben.
https://instagram.com/oliverkohls
